Lexington (VA) - "Shrine of the South" (2024)

Die Stadt Lexington in Virginia wurde 1777 errichtet und bekam 1778 ihren Namen. Wir wollten hier eigentlich nur einen kurzen Zwischenstop einlegen, sind dann aber doch länger geblieben als geplant – denn die Stadt und ihre Umgebung hatte mehr zu bieten als erwartet, vor allem historisch. Lexington wird durch ihre kontroverse Historie auch der „Schrein des Südens“ genannt.
Zwei der bekanntesten Südstaaten-Generäle haben hier gelebt und sind auch hier beerdigt worden: Robert E. Lee und Stonewall Jackson. Beide Gräber sind heute hier zu besichtigen. Stonewall Jackson findet man auf dem nach ihm benannten Stonewall Jackson Memorial Cemetary – auch sein Haus ist eine hiesige Sehenswürdigkeit. Robert E. Lees Grab findet man in der Lee Chapel & Museum.

Für mich war Lexington wie eine Zeitreise. Man sollte an der Geschichte der USA schon durchaus interessiert sein, da die Stadt klar geprägt ist von der Zeit des Amerikanischen Bürgerkrieges, dem Civil War. Man fühlt sich versetzt in diese Zeit, denn viele Gebäude und Gegenden sind erhalten geblieben. Trotz allem ist Lexington an sich ein Augenschmaus und auch für Durchreisende mit wenig Zeit eine kurze Pause wert.

Wir haben uns zuerst im „Sweet Things Ice Cream Shoppe“ ein super leckeres Eis geholt und sind dann das Gelände der Washington and Lee University abgelaufen (auf der sich auch die Lee Chapel befindet). Dann zurück durch die West Henry Street, vorbei an einigen Headquarters der bekanntesten Studentenverbindungen der Staaten. Wie im amerikanischen Film. Auch diese haben oftmals nicht den besten Ruf, gerade deswegen mal ganz spannend sich in die Geschichte der einzelnen Verbindungen einzulesen.
Abbiegen auf die Main Street, vorbei an süßen Cafés und tollen Läden. Ein kurzer Besuch im „Shenandoah Attic“ Laden, lohnt sich! Ein toller alter Krimskrams-Laden, in dem sicher jeder ein schönes Mitbringsel findet. Downtown ist wirklich wunderschön – auch einige Filme wurden hier bereits gedreht: „Sommersby“ mit Richard Gere, „Krieg der Welten“ oder „Gods and Generals“.

Wer möchte, kann die kleine Stadt auch per Pferdekutsche erkunden. Hierfür solltet ihr euch aber früh genug anmelden. Sogar off-season waren die Touren für den nächsten Tag bereits ausgebucht. Am besten dem Visitor Center einen Besuch abstatten und direkt gegenüber nach den nächsten Touren fragen.

Für die Fans der US-, aber auch der Deutschen Geschichte empfehle ich das George C. Marshall Museum – den Namen kennt man vom sogenannten „Marshall Plan“. Der „Recovery Plan“, den die USA für den Wirtschafts-Wiederaufbau Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg erstellte. Für nur 5$ Eintritt kann man hier gut 1-2 Stunden verbringen. Unter anderem kann man ein spannendes Intro-Video über Marshall sehen, den original Marshall Plan begutachten, einen echten Friedensnobelpreis bestaunen und ebenso eine riesige Welt-Karte die den 2. Weltkrieg interaktiv wiedergibt.
Das Gebäude des Museums befindet sich direkt auf dem Virginia Military Institute (dem Militär-College), was selbst auch wirklich sehenswert ist. Wir hatten das Glück am Freitag Morgen dort zu sein, wo sich alle Kadetten auf der großen Wiese zum Kollektivsport getroffen haben. Fast Alle in voller Montur und Bewaffnung.

Ausserhalb der Stadt kann man kostenfrei die Cyrus McCormick Farm besichtigen. Eine Farm mit original Gebäuden von 1822. Hier hat Cyrus McCormick damals die mechanische Sense erfunden. Ein wirklich hübscher Ort und sehr geeignet für Fotografien.

Ebenso empfehlenswert ist die Natural Brigde, eine alte Steinformation die wie eine Brücke aussieht und auch als diese dient. Direkt darüber führt der Highway 11. Sie ist ein „National Historic Landmark“ und ein vergleichbar kleiner State Park. Das Parken war kostenfrei, der Park selbst ist für 8$ zu besichtigen. Nachdem man unter der Natural Bridge durchgelaufen ist, kann man noch ca. 30 Minuten bis zu einem kleinen Wasserfall spazieren.
Wer es dunkler mag, kann sich gegenüber die Natural Bridge Caverns ansehen. Da wir kurz zuvor die Luray Caverns erst gesehen hatten, haben wir diese Höhlen allerdings ausgelassen.

Wir mussten die Erfahrung machen, dass viele Restaurants in und um Lexington nicht die besten Bewertungen haben. Es gibt einige teure Restaurants mit gutem Ruf. Da uns nach etwas Einfacherem waren, wurde uns das „Naples Pizza Pasta & Subs“ empfohlen. Ein sehr einfacher Laden, der nicht zwingend zum Verweilen einlädt, aber die Pizza war super lecker und typisch amerikanisch. Und die Besitzerin hieß tatsächlich auch Claudine – das musste ein gutes Omen sein.

(Anmerkung: Aktuell gibt es viele Diskussionen um die Darstellung der Südstaaten-Generäle als Statuen, denn der Amerikanische Bürgerkrieg den die Könföderierten (im Süden) gegen die Union (im Norden) kämpften, hat gerade dem Süden nicht gerade Ruhm gebracht. Hier ging es hauptsächlich um das Anliegen des damaligen Präsidenten Abraham Lincoln (Union) die Sklaverei abzuschaffen, woraufhin viele Südstaaten aus der Union austraten und es später zum Krieg führte. Somit sind heute Monumente und Statuen dieser Generäle in vielen Augen eine Verherrlichung der „White Supremacy“ und deren Glaube an die Sklaverei. Auch ich habe dazu natürlich meine Meinung und möchte daher klar stellen, dass wir diese Stätten aus reiner Interesse an der Geschichte der USA besuchten. Nicht, weil wir in irgendeiner Weise die Sklaverei oder andere Arten von Unterdrückung und Fremdenfeindlichkeit unterstützen.)

Werbung (unbeauftragt!). Bei diesem Text handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der eine werbende Wirkung haben könnte, ohne das ich von irgendeinem Unternehmen dafür beauftragt oder bezahlt wurde!

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Author: Allyn Kozey

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